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Dichtkunst

Gelungene Aufstellungen und die Dichtkunst haben einiges gemeinsam. Die Form ist wichtig. Formen sind nicht nur äußerlich. Sie prägen den Inhalt. Durch die Form finden die Inhalte Rahmen und Ausdruck. Der Geist äußert sich gern in der Formensprache.

Mir ist es wichtig, für jedes individuelle Thema das passende Aufstellungsformat zu finden. Je nach Erfordernis arbeite ich mit freien und poetischen oder aber auch mit streng gefassten, abstrakten Aufstellungsformen. Mein Repertoire ist inzwischen ziemlich groß – und es wächst stetig.

Ein Grundzug meiner Arbeitsweise ist die Verdichtung. Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche. Und das ist in der Regel der Schritt in die Lösung. Dabei gibt immer Dynamiken, die nach der inneren Logik des Systems in Gang gesetzt werden möchten. Das ist der springende Punkt. Hier liegt unser Fokus. Fluchtbewegungen nehmen wir wohlwollend zur Kenntnis, aber wir geben ihnen wenig Raum. Seitenwege und Schnörkel werden vermieden. Durch die Konzentration auf die Lösung gewinnt die Aufstellung oft an Tiefe und Entschiedenheit.

Passende Aufstellungsformate unterstützen die Klarheit.

Um ein Bild zu gebrauchen: Meine Arbeitsstil hat wenig Ähnlichkeit mit üppigem italienischem Barock. Er orientiert sich eher an japanischer, vom Geiste des Zen geprägter Ästhetik.

 

Wirk-Ebenen

Seit mir bewusst geworden ist, dass wir mit Aufstellungen auf unterschiedliche Schichten unserer Existenz einwirken können, hat sich meine Arbeitsweise verändert und präzisiert. Bei jedem aufzustellenden Anliegen frage ich mich, welche Ebene im aktuellen Fall am besten „anzusprechen“ wäre.

Momentan unterscheide ich vier verschiedene Schichten:

  1. die naturalistische Ebene
  2. die Ebene der Verhaltensmuster

  3. die Ebene der Polarität

  4. die Ebene jenseits der Polarität

Man ahnt schon: von 1 nach 4 wird es immer abstrakter, subtiler und schwerer zu fassen. Zugleich aber ist zu beobachten, dass die Aufstellungen tiefer und allgemeingültiger werden.

Auf der naturalistischen Ebene sind die klassischen Familienaufstellungen und bestimmte Formen der Organisationsaufstellung angesiedelt. Hier werden Probleme und Konflikte 1:1 abgebildet. Man arbeitet z.B. mit Vater-Mutter-Kind oder mit realen Personen und Größen einer Organisation.

Wenn wir uns auf der Ebene der Muster bewegen, schauen wir weniger auf den realen Konflikt, sondern vor allem auf die Verhaltensmuster der Klienten. Es ist eine Bewegung von aussen nach innen, weg vom Objekt, hin zum Subjekt.

Auf der Ebene der Polarität betreten wir die Struktur unseres Geistes.

Die Ebene jenseits der Polarität führt uns auf eine Stufe, die den Alltagsverstand übersteigt. Polare Gegensätze verschmelzen – es zeigt sich, dass die Gegensätze nur eine vom eigenen Geist geschaffene Illusion waren.

Für jede dieser Ebenen habe ich spezielle Aufstellungsformate entwickelt.

Da das Thema „Wirk-Ebenen“ für viele interessant zu sein scheint, arbeite ich an einem Manuskript, in dem ich die Gedanken dazu ausführlich darlegen werde. Ausserdem plane ich, zu diesem Thema spezielle Seminare für KollegInnen anzubieten. Genaueres kommt später. Bei Interesse bitte nachfragen.

 

 

 

 

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